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Forum 2: Sarah Heinisch und Andre Wolf: Fakt oder Fake? Hass oder Meinung?

Forum 2 Hier finden Sie eine Zusammenfassung des Forums „Mehr Respekt im Netz – Bitte Was?!“ vom Safer Internet Day 2020. | Foto: Christian Reinhold

Falschmeldungen und Fakes im Netz

Das Internet und digitale Medien sind unsere täglichen Begleiter. Wir nutzen sie, um uns zu informieren, zu diskutieren und uns eine eigene Meinung zu bilden. Dank Fake News, Halbwahrheiten und Hetze, die sich im Netz und insbesondere in sozialen Medien finden lassen, ist das aber oft gar nicht so leicht. Was sind eigentlich Fake News? Was haben sie mit Hatespeech zu tun? Und welche Rolle spielen das Internet und Soziale Medien dabei? Diese und weitere Fragen beantworteten Sarah Heinisch und Andre Wolf im Forum „Mehr Respekt im Netz – Bitte Was?!“.

Besonders in sozialen Medien, in denen Nutzerinnen und Nutzer nicht nur konsumieren, sondern auch produzieren, werden Informationen oftmals unreflektiert, unkritisch und ungeprüft weitergegeben, so Andre Wolf von mimikama.at. Das mache viele Nutzerinnen und Nutzer wiederum anfällig für Falschmeldungen und Halbwahrheiten.
Als Fake News bezeichnet man bewusst falsche oder irreführende Darstellungen, die sich in Texten, Bildern oder sogar in Bewegtbildern (sogenannte Deepfakes) wiederfinden. Eingebettet in ein bestimmtes Narrativ sind Fakes im Internet besonders erfolgreich: Durch Framing, also durch das Geben eines Bedeutungsrahmens, wird die Wahrnehmung und Bewertung auf eine bestimmte Weise beeinflusst. Werden diese Narrative häufig wiederholt, werden sie umso glaubwürdiger.
Dazu kommen besser werdende Technologien, Algorithmen und Künstliche Intelligenz, die das Erkennen von Fakes und Deepfakes immer schwerer macht.

Die sechs Schritte des Faktencheckens

Um Fakes im Netz entlarven zu können, sollte man die folgenden sechs Schritte berücksichtigen:

  1. Am wichtigsten ist es, den eigenen Standpunkt zu kennen: Wo informiere ich mich? Was glaube ich eher? Was sind meine Einstellungen?
  2. Im nächsten Schritt sollten die Methoden hinter Fakes im Netz verstanden werden: Gibt es ein bestimmtes Narrativ? Findet ein Framing statt?
  3. Ebenfalls sollte die Autorin beziehungsweise der Autor überprüft werden: Wer schreibt hier überhaupt? Ist die Quelle seriös?
  4. Daneben sollte ein inhaltlicher Gegencheck stattfinden: Finden sich die Informationen auch in anderen Quellen?
  5. Verwendete Bilder und Videos sollten – beispielsweise mithilfe der Rückwärtssuche von Suchmaschinen – überprüft werden: Werden die Bilder in ähnlichen Nachrichten verwendet? Sind die Bilder aus dem Kontext gerissen?
  6. Zuletzt hilft es immer, Experten zu befragen – Wissenschaftler, Augenzeugen, Betroffene etc.

Der Zusammenhang zwischen Fake News und Hatespeech

„Man kann nicht nicht framen“, sagt Andre Wolf und bringt damit das Problem auf den Punkt: Zu jeder Nachricht, die sich im Internet findet, kann man eine Geschichte erzählen – und diese Geschichten richten sich oftmals gegen eine bestimmten (Menschen-)Gruppe oder haben zum Ziel, die Leserinnen und Leser in eine bestimmte Richtung zu beeinflussen und dadurch die Gesellschaft zu spalten. Neben der Herausforderung, zu beurteilen, ob eine Information wahr oder falsch ist, kommt damit noch eine weitere hinzu: Wie kann auf solche Hass-schürende Meldungen reagiert werden? Dass es hier nicht ein Patentrezept gibt, zeigt Sarah Heinisch mit verschiedenen Kontermöglichkeiten auf. Zu guter Letzt hilft vor allem eines: Hassnachrichten zu melden.

Text: Sophie Kitzmann

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