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Michelfeld 2016

Tag der Medienkompetenz: Michelfeld

PCs und Tablets in jedem Klassenzimmer – Referenzschulnachmittag in Michelfeld

Die Grundschule Michelfeld lud am 12. Mai zu einem ersten Referenzschulnachmittag ein. Die Schule ist seit dem laufenden Schuljahr Referenzschule für Medienbildung im Landkreis Schwäbisch Hall. So fanden sich zahlreiche interessierte Lehrkräfte, aber auch Vertreter/-innen von Kommunen aus dem Landkreis ein, um sich ein Bild von der Medienausstattung und dem pädagogischen Konzept in Michelfeld zu machen.

„So eine Aufgabe lässt sich nicht nebenher erledigen“

Bei einem Rundgang durch das Schulgebäude zeigten Schulleiter Eberhard Marstaller und Bürgermeister Wolfgang Binnig zum Beispiel den Computerraum mit 18 baugleichen Arbeitsplatzrechnern, die in U-Form angeordnet sind. „Die Rechner sind auf vier Jahre geleast. Wir haben hier und in den Klassenräumen überall die gleichen Geräte, das reduziert den administrativen Aufwand enorm“, erläuterte Herr Marstaller. In den Klassenräumen sind ebenfalls zwischen zwei und vier PCs vorhanden, einer am Lehrerpult und die restlichen in einer Computerecke. Zudem verfügen die Klassenräume seit dem vergangenen Jahr alle über Lautsprecherboxen, Beamer und Leinwand. Alle Rechner sind über die pädagogische Musterlösung paedML® Linux des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg (LMZ) vernetzt. Die Schule erhält für die paedML Support von der Hotline des LMZ, die Administration der Rechner und Beamer wird vom lokalen Dienstleister Rist IT-Solutions gewährleistet, von dem die Geräte geleast sind. Eberhard Marstaller lobte die gute Zusammenarbeit mit der Firma: „Wenn hier mal ein Defekt auftritt, dann ist direkt jemand da und kümmert sich darum.“

Eberhard Marstaller stellt die Technik im Computerraum vor.

Bürgermeister Wolfgang Binnig betonte die Notwendigkeit eines externen IT-Dienstleisters: „So eine Aufgabe lässt sich nicht nebenher erledigen. Jeder sollte sich auf seine Kernkompetenzen konzentrieren können. Die Lehrkräfte kümmern sich um die Pädagogik, die IT-Spezialisten um die Technik.“ Kommunalpolitisches Ziel sei es, alle vier Jahre die Ausstattung komplett zu erneuern. Dies sei zuletzt 2014 geschehen.

Alle Lehrkräfte sind mit iPads ausgestattet

Neuerdings verfügen alle Lehrkräfte an der Schule über iPads. Diese werden vielseitig eingesetzt. Lehrer Clemens Breitweg präsentierte einen solchen Arbeitsplatz. In allen Klassenräumen sind Stative am Pult angebracht, mit deren Hilfe sich das iPad zur Dokumentenkamera umfunktionieren lässt. So lassen sich beispielsweise auch Schülerarbeiten an die Wand projizieren. Der Anschluss für den Beamer liegt bereit, die Kabel sind alle ordentlich im Pult verlegt: „Das war uns wichtig, dass wir hier keinen Kabelsalat bekommen. Der Aufbau ist auch in allen Zimmern exakt gleich, da muss sich niemand umgewöhnen und die Technik ist sofort einsatzbereit.“ Nur so sei es möglich, entsprechend Routine in den digitalen Unterricht zu bekommen. Eberhard Marstaller verschwieg allerdings auch nicht, dass die iPads einen gewissen Wartungsaufwand verursachen: „Die App-Verwaltung nimmt durchaus ihre Zeit in Anspruch, das darf man nicht unterschätzen.“

Bürgermeister Wolfgang Binnig (links) gab Auskunft über die Finanzierung der technischen Infrastruktur an der Schule.

Breitweg wies darauf hin, dass die Tablets zwar in der Anschaffung recht kostenintensiv seien (pro Gerät ist mit etwa 500.- Euro zu rechnen), andererseits aber viele andere kostspielige Utensilien ersetzten: „Von der Digitalkamera über die Lärmampel bis zur Stoppuhr können Sie sich etliche Dinge sparen. Das rechnet sich durchaus.“ Mit der vorhandenen Ausstattung habe man mittlerweile eine sehr moderne Schulumgebung geschaffen, die viele Erleichterungen für den Lehrbetrieb mit sich bringe. Man müsse aber stets unterscheiden, so der sichtlich motivierte Lehrer, zwischen „Erleichterungen für die Lehrkraft durch die Technik und Medienbildung“.  Bei aller Technikbegeisterung müsse das Lernen mit und das Lernen über Medien im Mittelpunkt stehen. Letzteres wurde insbesondere in den Praxisworkshops vorgestellt.

An jedem Lehrerpult befinden sich Stative für die iPads.

Praxisworkshops und Informationsaustausch

Dieter Bauer, Leiter des Kreismedienzentrums Crailsheim stellte den neuen Bildungsplan 2016 vor und erläuterte, wie man die fächerintegrative Medienbildung mit einem jeweils auf die Schule angepassten Mediencurriculum in strukturierte Bahnen bringen kann.  Mehr dazu erfahren Sie auch auf unseren Seiten zum Bildungsplan 2016.

Eberhard Marstaller und der Lehrer Dominik Rebele gaben tiefere Einblicke in die Möglichkeiten, die sich mit dem Einsatz von iPads im Klassenzimmer bieten. Dabei hoben sie vor allem die Eignung der Tablets als Multifuktionsgeräte für Foto, Video- und Tonaufnahmen und als Dokumentenkamera hervor. So zeigten sie beispielsweise eine Videoaufnahme von einer Probe des Schulchors, das mit dem iPad aufgezeichnet worden war. Die Dokumentenkamerafunktion setzen sie häufig zum Vorführen verschiedener Handarbeitstechniken in Kunst und Werken oder zur anschaulichen Präsentation von Gegenständen im Sachunterricht ein.

Die Teilnehmer/-innen durften selbst in Gruppen die iPads und Stative ausprobieren.  Boris Kling, Schulnetzberater am KMZ Crailsheim, und Vertreter der Firma Rist IT-Solutions gaben eine Einführung in die Arbeit mit der pädagogischen Musterlösung paedML®. In einem weiteren Workshop widmete sich Boris Kling dem Einsatz der App Book Ceator, mit der sich ganz einfach eBooks, auch mit multimedialen Inhalten, erstellen lassen. Die App ist für iPads ebenso wie für Android- und Windows-Tablets verfügbar. Thilo Kraft, Medienpädagogischer Berater (MPB) am KMZ Crailsheim, zeigte die Trickfilm-App iStopMotion und die Bildbearbeitungssoftware Paint, welche sich beide bestens für den Einsatz in der Grundschule eignen. Die Lehrerinnen Silke Benz, Angela Obst und Heidi Lehnhardt-Rook der Grundschule Michelfeld stellten die Lernwerkstatt der Medienwerkstatt Mühlacker vor, eine Übungssoftware für die Fächer Mathematik und Deutsch sowie die Bereiche „Wissen“, „Fremdsprechen“ und „Logik“.

Währenddessen konnten sich die Vertreter der Kommunen mit Schulleiter Eberhard Marstaller und Bürgermeister Wolfgang Binnig austauschen und sich über Themen wie den IT-Support und die Finanzierung informieren.

Im Workshop zum iPad-Einsatz im Unterricht durften die Teilnehmer/-innen die Tablets mit Stativen selbst ausprobieren.

Die Grundschule Michelfeld kann auf ausgesprochen komfortable Rahmenbedingungen zurückgreifen, die möglicherweise andere Kommunen den Schulen so nicht bieten können. Doch auch mit weniger Ausstattung können Schulen sich in ähnlicher Weise wie die Grundschule Michelfeld auf den Weg machen. Hierfür konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei diesem Referenzschulnachmittag zahlreiche Anregungen für die eigene Arbeit mitnehmen. Eine moderne IT-Ausstattung kann sicher auch mit weniger Mitteln realisiert werden. In Michelfeld wurde deutlich, dass eine weitgehende Standardisierung der Geräte von Vorteil ist, denn sie erleichtert die Wartung und Pflege. Andererseits finden die Lehrkräfte in jedem Klassenzimmer die gleiche technische Ausstattung vor, was das kontinuierliche Arbeiten sehr erleichtert. Gleichzeitig wurde deutlich, dass der Support durch einen IT-Dienstleister sinnvoll ist, wenn man einen stabilen Betrieb gewährleisten will. Wenn dieser stabile Betrieb gesichert ist, können sich die Lehrkräfte auf die (medien-) pädagogische Arbeit konzentrieren.

Kontakt

Medienpädagogische Beratungsstelle
0711 2850-777
beratungsstelle@lmz-bw.de